Foliage

Brief vom 28. September 1895

Liebster Johann,

Wie soll ich Dich nur vergessen? Du hast mein Herz gestohlen: Es brennt in mir, es zerreißt mich, die innere Leere, der Schmerz, das Verlangen nach Deiner Stimme, Deinem Blick, ruhend auf mir, Deiner warmen Hand, Deinen einhüllenden Worten. Ich möchte schreien vor lauter Schmerzen.

Du hast mein Herz gestohlen.

Du hast mein Herz gestohlen.

Du hast mein Herz gestohlen!

Was soll ich nur tun ohne Dich? Was soll das nur für ein Leben sein ohne Dich, ohne den Teil von mir, der DU bist? Wie kann ich nur jemals mit einem anderen glücklich werden, wenn es doch bestimmt ist, dass wir nur zusammen ein Mensch sind? Dass wir nur zusammen lebensfähig sind?

Du hast mein Herz gestohlen und mir nicht einmal Deines hier gelassen. Du sagtest Deine Liebe zu mir wäre der letzte Schlag, zu dem Dein Herz fähig wäre. Nun sieht es so aus, als hättest Du von meinem gesprochen. Ich verzehre mich nach Dir und hätte Todesangst, stündest Du jetzt vor mir. Todesangst etwas zu sagen oder zu tun, dass Dich veranlasst mich wieder mit blutenden Wunden zurück zu lassen. Ich würde es nicht überleben, kein weiteres Mal ... 

Wenn mein Herz so laut schlägt, wie ich weinen und schreien möchte, dann wirst Du heute Nacht kein Auge zu tun können.

Clara.

28.9.09 00:24
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(28.9.09 00:45)
wundervoll!


Jonas / Website (28.9.09 00:45)
so schön .__.


m...t (28.9.09 09:08)
ganz bezaubernd un coabhängig.

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